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Hungry
Geschrieben von nasty   
So erst mal ein dickes Thanks an Carmelo der wirklich schnell auf meine Interview Anfrage geantwortet hat, da sollten andere Bands sich mal ne Scheibe von abschneiden.


 Den Rest könnt ihr im Interview lesen, viel Spaß und Stay Wild
nasty

1. Stell euch doch mal kurz vor, wer für was so in der Band verantwortlich ist...! Hat jemand vor Hunry bereits musikalische Gehversuche hinter sich? Was treibt ihr so neben der Musik machen?

Hungry besteht aus:
Olli (Bass)
Marc (Gitarre)
Carmelo (Gesang)
Meik (Schlagzeug)

Irgendwo haben wir alle bereits musikalische "Gehversuche" gemacht. Marc war vor Hungry Gitarrist bei MENACE TO SOCIETY, Olli hatte schon hier und da eine Old-School-Punkrock Band, Meik war in diversen kleineren Bands vertreten und ich war der Sänger von den PLACEBO ALIENS.
Leider müssen wir alle noch "nebenher" berufstätig sein, obwohl wir gerne unsere ganze Zeit für Musik opfern würden. So gibt es bei uns den Marc als Schornsteinfeger, Olli als Psychologiestudent, Meik ist ein Opfer der neuen Arbeitsmarktpolitik und sozusagen Hartz-IV Empfänger und ich bin Einkäufer in einem großen saarländischen Stahlunternehmen :-).

2. Da wir nun die aktuelle Besetzung haben, wäre eine kleine Bandgeschichte an der Reihe? Was hat es mit dem Bandnamen auf sich?

Nun ja, der Bandname hatte ursprünglich keine wirkliche Bedeutung, es war die Idee des Ex-BELISHA BEACON Sängers Holger Bäsel, der bei der HUNGRY Vorgängerband FOUR OF A KIND gesungen hatte. Aber heute würde ich sagen passt es genau auf uns. Wir sind hungrig ohne Ende auf Shows, auf Punkrock und auf alles was mit der Szene zu tun hat.

3. Eure CD ist ja quasi auf dem Bandeigenen Label bzw. auf Deinem eigenen Label erschienen. Wie bist du auf die Idee gekommen ein label zu gründen incl. kleiner Bookingagentur? Auf eurer Seite hab ich gesehen, es gab mal was von euch bei Fond Of Life (ebenfalls aus dem Saarland)!? Besteht kein Interesse mehr an einer Zusammenarbeit?

Das mit dem Label war die Idee von mir und meiner Frau. Es war schon immer ein Traum von mir also hab ich die Gelegenheit bei den Eiern gepackt und das Ding gestartet. Im Saarland ist alles ein wenig schwieriger als beispielsweise in Großstädten, nicht weil es hier nicht genügend Leute gäbe, die etwas auf die Beine stellen, es ist halt leider immer wieder der gleiche „Szene gegen Szene“ Kampf. Vor kurzem sind wir dann gemeinsam mit einigen Leuten von SYRINGA auf die Idee gekommen ANTSTREET BOOKING zu gründen. Der Grund war auch hier wieder derselbe. Andreas von SYRINGA hat es auch sehr schön auf unserer Myspace Seite ausgedrückt: "the lack of support in our local scene".
Wenn du schonmal FOND OF LIFE ansprichst. Wir haben unsere erste EP bei Joe / FOL rausgebracht und es war sozusagen unser erstes Release. Für uns war es eine coole Sache überhaupt von jemandem Anerkennung zu bekommen, für das was wir tun. Der Hauptgrund für den Wechsel war, dass wir selbst die Verantwortung übernehmen wollten um so ein bisschen im Blickfeld zu haben was wo hingeschickt wird, was an Promo läuft, und wir uns auf keinen mehr verlassen müssen. Interesse an Zusammenarbeit besteht immer, da wir mit jedem zusammenarbeiten der mit uns zusammenarbeitet, da gibt es nur eine Grenze: Wir arbeiten grundsätzlich nicht mit Leuten zusammen, die mit irgendwelchen rechten Vollidioten was starten und auch nicht mit Leuten, die meinen Punkrock wär ne neue Werbekampagne von H&M.

4. Es gibt ja kaum eine Band die im Nachhinein sagt, sie ist mit dem "fertigen" Produkt zufrieden? Was würdet ihr beim nächsten Mal anderes machen?

Da haben wir uns selbst schon lange den Kopf drüber zerbrochen. Klar ist man nie 100%ig mit dem Endprodukt zufrieden, da man immer etwas findet, das nicht perfekt war. Vielleicht hätten wir uns ein wenig mehr vorbereiten sollen, aber alles in allem sind wir doch sehr zu frieden. "Beats from the inside" kommt von, wie der Name schon sagt, von unserem Herzen. Wir haben alle beim Songwriting einiges damit verarbeiten können und so sind wir doch ziemlich froh, dass es so geworden ist, wie es ist. Es mag für manche ein wenig "anders" sein, aber ich denke, genau dass ist es, was dieses Album ausmacht.

5. Musikalisch gibt es bei Hungry diverse Einflüsse vom klassischen Punkrock, über alten Ami Hardcore bis hin zu Streetpunk und Schweinrock. Wie würdet ihr selbst eure Mucke bezeichnen und durch welche Bands seid ihr beeinflusst worden!? Was steht so bei euch im Plattenschrank?

Hola. Wie sollen wir unsere Musik beschreiben? Wir haben alle unterschiedlichste Einflüsse in die Band gebracht. Vielleicht sind wir ein Bastard aus Punkrock, Rock´n´Roll, Metal und Hardcore. Was bei uns im Plattenschrank steht ist im Endeffekt auch das, was bei uns in die Suppe kommt. Es dauert so natürlich immer ein wenig länger bis ein Song fertig ist, da wir alles demokratisch ausdiskutieren, aber so macht es unheimlich viel Spass. Olli kommt ja aus der Brit-Punk und Old-School-Ami Punk Schiene, Marc ist der Rock and Roller bei uns, Meik liebt New Found Glory - artigen "süßen" Punkrock und ich persönlich höre eigentlich alles von Turbonegro über Good Clean Fun bis zu Get up Kids und Weakerthans. Also, ich denke man kann bei uns wirklich nicht von einem einheitlichen Musikgeschmack sprechen. Beeinflusst werden wir, um das ganze mal zusammenfassen, von allem was uns gerade bewegt.

6. Die beiden Songs in "Italienisch" sind ja für ne "deutsche" Band nicht alltäglich. An deinem Namen und den betreuten Bands auf deinem Label liegt der Verdacht nahe, dass du aus Italien stammst!? Erzähl mal was zu den beiden Texten und den restlichen!?

Ich bin sozusagen ein "Gastarbeiter" in dritter Generation, dh. meine beiden Opas sind aus dem damals sehr armen Sizilien hier hergemmomen. Meine Eltern sind dann in den 70ern nachgezogen. Ich bin also Italienischer Staatsbürger, worauf man angesichts von Berlusconi und Di Canio nicht wirklich stolz sein. Die italienschen Texte handeln natürlich nicht von Pizza-Bäcker-Romantik, es fällt mir einfach leichter Dinge, die mir sehr nahe gehen zu verarbeiten. Das Lied Falso habe ich für Leute geschrieben, die schlichtweg falsch sind und nicht ihr wahres Gesicht zeigen können. Da hab ich leider einige kennen lernen müssen. Tredici, heißt 13 und ist in Italien eine Glückszahl, geht über Glück, welches man im Leben haben kann, oder eben nicht.
Bei den englischen Texten konnte ich einige Türen schließen, die sich in meinem Leben aufgetan haben. So geht beispielsweise Ambulance Car Racer über eine ziemlich beschissene Phase in meinem Leben, und ich bin wirklich froh, dass ich dafür die Musik als Ventil nutzen konnte.

7. Ist in Punkto Italien vielleicht noch mehr geplant, ne kleine Tour? Habt ihr Reaktionen aus Italien bekommen?

Ja es ist auf jeden Fall schon was in Planung. Wenn alles klappt, fahren wir Ende Mai wieder für drei Shows nach Norditalien. Die zwei Konzerte im Dezember waren auf jeden Fall sehr sehr geil. Haben dort ne Menge Leute kennen gelernt, unter anderem auch die Jungs von Veleno-Agency, die jetzt das Booking dort unten für uns übernommen haben. Im März spielen wir dann in der Garage mit Daylightseventimes, die wir ebenfalls in Mailand kennengelernt haben. Also man kann auf jeden Fall sagen, dass die Reaktionen sau cool waren. Es war alles ein wenig lockerer und freundlicher als es hier oft der Fall ist.

8. In welcher Auflage ist die CD erschienen und wird es ne Vinyl Version geben!? Schlägt euer Herz auch für Vinyl oder ist es einfach zu teuer von den Kosten!?

Vom Album haben wir zunächst mal 1.000 Stück pressen lassen. Je nachdem wie sich die Sache entwickelt wird es eine Nachpressung geben. Vinyl ist momentan noch in weiter Ferne. Die Kosten sind dafür einfach viel zu hoch obwohl es schon für uns ne geile Sache wäre, Vinyl ist einfach schöner als diese „nackten“ Silberscheiben. Wenn ich sicher wüsste, dass sich genügend Abnehmer finden würden wäre das auf jeden Fall ein Ding aber vorerst wird es leider kein Vinyl geben.

9. Die Kritik im aktuellen Ox war ja so "lalala" sag ich einfach mal, wie waren die sonstigen Reviews gewesen?

Das mit dem Ox ist ja immer so ne Sache. Wir sind ja im Endeffekt schon froh, dass die Leute vom Ox uns nicht „auseinander“ genommen haben. Die anderen Reviews waren bis auf eines durchweg positiv und es ist immer wieder schön zu sehen wenn jemand was gutes über unsere Platte schreibt, das ist so was wie eine kleine Belohnung. Was wirklich Schade ist, ist die Tatsache, dass es Zines gibt, die die Platte einfach ignorieren und aus welchen Gründen auch immer es noch nicht einmal schaffen uns eine Email zu schreiben. Aber ansonsten sind wir mit den Reviews mehr als zufrieden.

10. Meine persönliche Lieblingsfrage bei Interviews ist eigentlich immer dieselbe! Erzähl mal ein nettes Konzerterlebnis, ich will was richtig Gutes lesen!?

OK. Willst Du was Ehrliches oder was richtig Spannendes? Mal im Ernst. Unser erstes Konzert in Italien sollte im Orso in Mailand stattfinden. Das war so ein Autonomes Jugendzentrum, dass in Mailand ziemlich berüchtigt ist für diverse Schiessereien und Brandstiftungen von irgendwelchen Faschos. Die Toilette war im Endeffekt nur ein Loch im Boden und es war arschkalt. Sogar so kalt dass uns nichts anderes übrig blieb als uns mit Jägermeister warm zu halten. Gegen 1:30 – das Konzert hatte erst um 23:00 Uhr begonnen – betraten wir dann die Bühne, betrunken und immer noch kurz vorm erfrieren. Gegen Mitte der Setlist wurde uns allmählich warm und da ging es dann auch wieder, es war ok. Doch wie so oft kommt nach dem Gig der Punkt, an dem Alkohol richtig zuschlägt. Olli ging in den Bus pennen, was bei -5°C lebensmüde ist und Meik hang nur noch an so nem alten Stuhl rum, worauf mich auch einige Leute ansprachen ob der noch lebt. Die kennen unseren Meik nicht. Gegen 4 Uhr, als wir dann ins Bett wollten, warf Marc sich den jetzt endgültig im Walhalla des Jägermeisters angekommenen Meik über die Schulter um ihn in den Bus zu tragen. Dort fanden wir einen nicht wirklich gut gelaunten Olli wieder, der aussah wie die Jungs in Michael Jacksons Video zu Thriller. Die ganze Heimfahrt von Mailand bis zu unserem Schlafplatz war vom stöhnen Ollis geprägt. Als wir ankamen gab Meik kaum noch Reaktionen von sich und so waren wir am nächsten Morgen froh ihn lebend zu sehen. Alles in allem war’s eine geile Show und eine geile Nacht, genau wie das ganze Wochenende.

11. Habt Ihr Coversongs im Programm, wenn ja von wem und welche?

Zwei Songs, die eigentlich fast nie bei uns im Programm fehlen dürfen sind „Knowledge“ von OPERATION IVY und „Ace of Spades“ von MOTÖRHEAD. Das sind auf jeden Fall zwei Songs die uns auf der Bühne immer wieder Spaß machen und das geht dem Publikum genauso. Da dürfen dann auch alle schön mitgröhlen.

12. Wie steht ihr zu dem Thema Punkrock Vs. Internet. Für ne "relativ" kleine Band ist es sicherlich gut zum Werbung machen, Hörproben anbieten...!? Eure Seite Label/ Band finde ich beide von der Aufmachung übrigens sehr gelungen. Was haltet Ihr von solchen Sachen wie Oggstar.de?

Das mit dem Internet ist eine zweischneidige Sache. Auf der einen Seite helfen solche Communities wie beispielsweise Myspace unbekannten Bands überhaupt mal außerhalb der eigenen Region gehört zu werden. Über Myspace haben wir auch PROTO K DISTILLERY kennen gelernt und dadurch ist die ganze Italien Sache überhaupt möglich geworden. Auf der anderen Seite gibt es im Internet Millionen von Bands, die exakt den gleichen Sound haben und durch die Masse ist es viel schwieriger geworden wirklich gute Bands zu finden. Früher ist man ja meistens über Freunde an neue Bands gekommen indem man Mixtapes getauscht hat usw. Man konnte sich viel intensiver mit der Musik auseinandersetzen. Ich kenne heute Leute die saugen den ganzen Tag Musik und hören sich vielleicht nur 20% davon wirklich an. Wer braucht da noch Cds? Ich glaube dass viele junge Menschen, die vielleicht zum ersten Mal Punkrock hören gar nicht wissen, was alles dazu gehört um ne Platte aufzunehmen. Aber das Internet ist nun mal da und man muss einfach nach neuen Möglichkeiten schauen. Wir planen auch demnächst unsere Musik über solche Geschichten wie Oggstar zu verkaufen. Vielleicht ist das die Zukunft, vielleicht aber auch nicht.

13. Was steht in Zukunft so an, irgendwelche Pläne!?

Pläne haben wir auf jeden Fall. Wir wollen so viele Shows wie möglich spielen, vielleicht auch mal in anderen Ländern wie Frankreich oder Spanien. Es macht uns ohne Ende Spaß neue Leute kennen zu lernen und auch mal zu sehen wie Punkrock bspw. In Frankreich läuft. Langfristig wollen wir wieder neue Songs schreiben und vielleicht nächstes Jahr aufnehmen. Man sollte die Songs nicht zu lange auf Eis legen aber auf der anderen Seite sind wir auch nicht die Art Band die sich eine Agenda für die nächsten drei Jahre setzt. Schließlich sind wir alle zum Spaß hier.

14. So zum Schluss dürft ihr Grüße loswerden, Werbung machen oder was auch immer!?

Erst mal ein dickes Danke an Dich, dafür das Du Interesse an uns zeigst. Grüßen wollen wir alle, die in den letzten Monaten auf unsere Shows gekommen sind und das auch hoffentlich weiterhin tun werden und alle die uns in irgendeiner Weise supported haben. Und jetzt der obligatorische Werbepart: Kauft Cds, am besten unsere! „beats from the inside“ gibt’s übrigens bei http://www.antstreet.de
Cheers

 
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